Informationen zum Auswandern nach Uruguay

ohne Anspruch auf Objektivität


Uruguayer sind sehr freundliche und hilfsbereite Menschen.
Uruguay ist kulturell ein Land europäischer Einwanderer und man fühlt sich als europäischer Einwanderer auch heute noch willkommen.

Trotzdem muss man sich vor Augen führen, dass ein nicht geringer Teil der Uruguayer lieber in der EU leben würde, als im Heimatland. Löhne in Uruguay sind deutlich niedriger als in der EU, €800 wäre ein typisches Monatsgehalt (2013) für einen öffentlich bediensteten oder einen Büroangestellten.
Gleichzeitig ist das Leben in Uruguay NICHT billiger als in Deutschland.
Manches ist billiger, Mieten und Kaufpreise von Immobilien, gleichfalls frische Lebensmittel, ärztliche Versorgung, Hauspersonal. Und manches ist teurer, alle industriell gefertigte Konsumgüter, also Computer, Elektrowerkzeuge, Küchengeräte, Textil, Haushaltswaren aller Art usw, weil meistens mit hohen Importzöllen belegt.
Uruguay dürfte eines der teuersten Länder der Welt für PKW Kauf sein.
Benzin ist ähnlich teuer wie in Deutschland.
Gute Schulen (ab Mittelstufe) sind idR Privatschulen, mit den entsprechenden Kosten von mehreren tausend US$ pro Jahr
In den letzten 10 Jahren lag die Inflation in Uruguay jährlich ca 5% höher als in Deutschland, gleichzeitig verteuerte sich der Uruguay Peso zum Euro um 20%, so dass Uruguay sich relativ zu Deutschland um 80% verteuerte. Das Gute ist, nun dürfte eine Währungsabwertung nicht mehr allzu weit sein.

Sehr viel Unsinn liest man im Internet bezüglich der Kriminalität. Montevideo ist recht friedlich und sicher, aber nur verglichen mit anderen südamerikanischen Großstädten. Es hat definitiv mehr Kriminalität als die durchschnittliche europäische Großstadt. Man möge nur durch Villenviertel wie Carrasco gehen, und schauen wie festungsartig vergittert die Häuser sind. Tendenz steigend.

Nicht tot zu kriegen zu sein scheint der Begriff der „Schweiz Südamerikas“. Seine Geltung hatte er bis in die 1950er Jahre als Uruguay tatsächlich eine kleine Insel des Wohlstandes, der Stabilität und der Banken war.
Klein ist Uruguay noch immer, ein regionales Bankenzentrum auch. Um Wohlstand und soziale Stabilität ist es aber nicht mehr so gut bestellt wie vor 60 Jahren.

Mir persönlich schmeckt es hervorragend in Uruguay, alles was ich frisch kaufe, Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse ist hervorragend, gleiches gilt für alles weitere für die mediterrane Küche, Käse, Salami, Wein, Olivenöl...
Falls man gerne reitet – Pferde sind billig, die gängigste Rasse, die Criollos sind gutmütige Tiere und die Pampa ist weit.
Schön sind die Strände und das Klima ist genau nach meinem Geschmack, noch so sehr gemäßigte Breiten, dass es echte Jahreszeiten gibt, aber nicht so lange Winter wie zB in Norddeutschland.

Am schwersten haben es, wie in vielen anderen Auswandererzielen auch, und wie man es gern in den Auswanderer TV Soaps vorgeführt bekommt, jene, die nicht ausgesorgt haben, jene, die sich einen Broterwerb suchen müssen.
Noch einmal, nicht wenige Uruguayer würden gern mit Ihnen tauschen, weil das dort, wo Sie herkommen, einfacher ist als dort, wo Sie hinwollen.

Hilfreich ist bestimmt, schon im Voraus etwas Spanisch gelernt zu haben. Es gibt, anders als in Paraguay, keine große deutschsprachige Szene in der Sie eintauchen können, und seien Sie froh drum, so etwas hat wieder seine eigenen Macken.

Das kaufen einer Wohnimmobilie ist eigentlich einfach, ich würde herum fahren und schauen, welche Ecke des Landes (der Küste) am meisten gefällt. Anders als in Deutschland sind die meisten zu verkaufenden Häuser von außen als solche (per Schild mit Tel von Makler oder Eigentümer) zu erkennen. Und es steht immer viel zum Verkauf, auch in wirtschaftlich guten Zeiten, es wird allgemein gerne an- und verkauft, scheint es.
Wenn Sie einmal durch Punta del Este spazieren, die Anzahl der Immobilienmakler Geschäfte ist schier unglaublich.

Die Residencia, die Daueraufenthaltsgenehmigung, ist recht einfach zu erhalten, nötig sind die üblichen Personenstandsdokumente und Führungszeugnis, legalisiert, und der Nachweiß, dass man für seinen Lebensunterhalt aufkommen kann. Man kann das selbst erledigen, die zuständige Behörde in Montevideo, so wie der öffentliche Dienst allgemein, ist transparent und effizient.
Man will sich vielleicht trotzdem einen Einwanderungshelfer suchen, der die Regie übernimmt, um Zeit für besseres zu haben. Einwanderungshelfer nehmen sich meist auch kreativ des Aspektes des Lebensunterhaltsnachweises an. 2009 lag das ortsübliche Honorar bei ca €1000.
Es gibt eine Reihe auch deutschsprachiger solcher Dienstleister (leicht zu googeln)
Zollfrei einführen kann der Einwanderer seinen persöhnlichen Hausstand, ohne Kfz.

Kurz zum Thema Steuern und ausdrücklich ohne Gewähr : Uruguay besteuert traditionell mehr den Konsum als das Einkommen, hat aber seit einigen Jahren auch eine Einkommenssteuer (auch eine Vermögenssteuer) auf inländisches Einkommen (nicht Welteinkommen, falls man ansässiger Ausländer ist), 25% kann als ungefähre Größenordnung dienen, es gelten Freibeträge.

Warum ich diese Zeilen schrieb - ich mag Uruguay recht gerne. Allein, Uruguay wird oft auf solch unsinnige Art angepriesen von Deutschen, die mit neuen Zuzüglern Geld verdienen möchten (es gibt aber seriöse deutschsprachige Makler und Einwanderungshelfer), dass ich einen nüchterneren, relativierenden Beitrag leisten wollte.

Uruguay interessiert Sie immer noch - wunderbar !

Peer Voss
Montevideo, Juni 2014
Farmland Immobilien Uruguay



Hier einige Uruguay photos

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